Spielziel und Zählweise

 

Spielziel

Das Ziel bei einem Tennisspiel ist es, die notwendige Anzahl von Sätzen zu gewinnen. Dies wird erreicht, indem man den Ball regelgerecht so in das Feld des Gegners spielt, dass dieser den Ball nicht mehr erreichen oder ihn nicht mehr zurückspielen kann. Dabei ist zu beachten, dass der Ball, nachdem er höchstens einmal den Boden berührt hat, so mit dem Tennisschläger geschlagen werden muss, dass er innerhalb des gegnerischen Feldes (auch die Begrenzungslinien gehören zum Feld) aufkommt. Zu Beginn eines Ballwechsels steht der so genannte Aufschlag, der in ein spezielles, kleineres Feld, das Aufschlagfeld, gespielt werden muss. Wenn ein Aufschlag irregulär ausgeführt wurde, hat der Aufschläger eine zweite Chance. Falls dieser wieder nicht regelkonform ausgeführt wird, fällt der Punkt dem Rückschläger zu. Dies nennt man Doppelfehler. Wenn bei einem ansonsten regelkonformen Aufschlag der Ball die Netzkante berührt, muss der Aufschlag wiederholt werden.

 

Zählweise

Das komplette Spiel (auch Match genannt) wird im Tennis in Sätze unterteilt, die wiederum aus mehreren Spielen (auch mit dem englischen Wort Games bezeichnet, um die Zweideutigkeit des deutschen Wortes "Spiel" zu vermeiden) bestehen. Ein Satz ist dann gewonnen, wenn ein Spieler sechs oder sieben Spiele gewonnen hat, wobei es dabei verschiedene Szenarien gibt:

  • Sechs Spiele reichen zum Satzgewinn, wenn der Gegner höchstens vier Spiele gewonnen hat.
  • Steht es 6:5 und der in Führung liegende Spieler gewinnt das nächste Spiel, so entscheidet dieser den Satz mit 7:5 für sich.
  • Steht es 6:6, so muss ein besonderes Spiel, der Tie-Break, den Satz entscheiden. Der Gewinner des Tie-Breaks kann den Satz mit 7:6 für sich verbuchen.
  • Eine Sonderregelung tritt bei den Grand-Slam-Turnieren (außer den US Open) sowie dem Davis Cup in Kraft, bei denen im entscheidenden Satz (bei den Herren im 5., bei den Damen im 3.) kein Tie-Break gespielt wird, sondern zwei Spiele Vorsprung erlangt werden müssen. (Die Vorsprungsregel galt vor Einführung des Tie-Breaks in jedem Satz.)

In einem normalen Spiel hat einer der Kontrahenten das Aufschlagrecht. Die Zählweise innerhalb eines Spiels ist 0, 15, 30, 40. Gewonnen ist ein Spiel, wenn ein Spieler mit 40 Punkten einen weiteren Punkt erzielt.

Eine Ausnahme ist der Spielstand 40:40, auch Einstand ("deuce") genannt. Ein Spiel muss mit zwei Punkten Vorsprung gewonnen werden. Der Spieler, der nach Einstand den nächsten Punkt gewinnt, hat Vorteil ("Advantage"). Auf Vorteil folgt beim Gewinn des nächsten Ballwechsels das Ende des Spiels, bei Verlust erneut Einstand. Generell wird bei Erreichen des Spielstands 40:40 sofort Einstand angesagt. Eine Ausnahme sind die French Open, bei denen der Schiedsrichter bei Erreichen von 40 bei beiden (allen) dies auch so ansagt („quarante-à"). Kommt es im laufenden Spiel erneut zum Einstand, wird „égalité" angesagt.

Das verlorene Spiel des Aufschlagenden wird Break genannt (der Aufschlagvorteil wurde „durchbrochen"). Dem Break kommt im Tennis besondere Bedeutung zu: Der Spieler, der den Ballwechsel mit dem Aufschlag beginnt, hat einen Vorteil gegenüber dem returnierenden Spieler, da er mit einem kraftvollen Aufschlag Druck auf den Gegner ausüben kann. Im professionellen Tennis ist somit ein gewonnenes Aufschlagspiel eher die Regel, ein verlorenes Aufschlagspiel die Ausnahme, welches oft auch den Satz entscheidet. Kann ein Spieler durch den nächsten Ballwechsel ein Break erzielen, so spricht man von einem Breakball.

Ein Match beim Tennis wird meist über zwei Gewinnsätze ausgetragen. Bei größeren Turnieren oder im Finale eines solchen werden bei den Herren drei Gewinnsätze gespielt. Bei Senioren kann statt eines entscheidenden dritten Satzes auch ein Tie-Break gespielt werden. Der Ballwechsel, der zum Spielgewinn führen kann, wird Matchball genannt.

 

Geschichte der Zählweise

Hierzu gibt es zwei Versionen. Bei der am häufigsten genannten Version wird vermutet, dass die Zählweise auf Geldeinsätze und Spielwetten im 14. Jahrhundert in Frankreich zurückgeht. So setzte man zum Beispiel ein gros denier, der wiederum einen Wert von 15 denier hatte. In einem Satz, der damals oft aus vier Spielen bestand, wurden also 4 mal 15 „deniers" gesetzt: 15 - 30 - 45 - 60. Im 16. Jahrhundert wurde wahrscheinlich aus lauter Bequemlichkeit und der kürzeren Aussprache wegen „45" durch „40" ersetzt.

Der altfranzösische Sol (später Sou) diente als Münzeinheit. Der Sol war im Mittelalter die Rechnungseinheit für zwölf Pfennig (altfranzösisch: denier). 1266 wurde diese Einheit erstmals in Form einer Silbermünze geprägt, dem „gros denier tournois", dem großen Pfennig von Tours. Dieses Geldstück wurde im 14. Jahrhundert mehrmals nachgeprägt - der Wert betrug jeweils 15 deniers tournois, das sind 15 Pfennige aus Tours.

Die zweite Version bezieht sich auf die Linien auf dem Spielfeld. Jedes Mal, wenn ein Spieler beim jeu de paume einen Punkt machte, bewegte er sich einen Streifen weiter und kam so allmählich der Mitte des Feldes näher. Das Spiel begann an der 0-Zoll-Linie. Gewann ein Spieler einen Punkt, rückte er zur 15-Zoll-Linie vor, dann zur 30-Zoll-Linie und schließlich zur 45-Zoll-Linie. Dann erst hatte er das Spiel gewonnen. Da man fand, dass diese Linie dem Netz zu nahe war, wurde die letzte Angabe auf eine 40-Zoll-Linie zurückversetzt.

„0" wird beim Tennis mit dem englischen Wort „Love" gezählt. Der Ursprung dieses Ausdrucks liegt wahrscheinlich in der Redewendung „to do something for love", was soviel heißt wie „etwas umsonst tun". Ein Spiel, bei dem der Gegner null Punkte erzielt hat, heißt daher auch Love Game. Andere Quellen geben an, „Love" stamme vom französischen „l'œuf" (=das Ei) und beschreibe damit das Aussehen der Null auf der Anzeigetafel

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Hat wieder richtg spaß gemacht und wieder Toll organisiert. Freue mi...
Schade, dass ich aufgrund unseres Punktspiels nicht dabei sein konnte....
Moin Dennis, ich habe zwar kein Smartphone, bin aber trotzdem total be...

Wer ist hier?